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Bremer Hanseaten

Der Hanseaten-Handschlag
Das neue Märchen der Bremer Stadtmusikanten

Es war einmal...

So fängt ja jedes Märchen an. Und den Märchenerzählern lauscht und glaubt man gern. Haben Sie denn etwa nicht in Ihrer Kindheit den wagehalsigen Flug im Bett über die Dächer Ihrer Heimatstadt gewagt?
Nein? Dann aber nichts wie weg von hier,  oder  lesen Sie endlich mal ein richtiges Märchen!

Aber Sie wollen ja mehr wissen, denn sonst wären Sie ja schon längst weg von hier oder würden zum wiederholten Male das Märchen der Bremer Stadtmusikanten lesen!

Nun, dann wollen wir mal berichten:
Es war einmal ein alter Esel, der noch schwere Säcke tragen wollte, die aber immer weniger wurden. Und es war mal eine Katze, die noch viele Mäuse fangen wollte, die sich aber aus den versprochenen blühenden Landschaften in Gegenden mit mehr Speck verkrochen hatten.
Da begab es sich wie ein Wunder, dass ein großes Orchester in Bremen für große Auftritte im In- und Ausland die besten Musikanten des Landes suchte und dabei den Esel und die Katze mit vielen Säcken Mehl und allen Mäusen des Bremer Ratskellers und umzu zum Eintritt in die große Runde der erfahrenen Musikanten lockte.
¨Auf nach Bremen¨, sprach der Esel zur Katze, ¨wir wollen unser Glück versuchen.¨
Als die beiden schon eine Weile gegangen waren, fanden sie einen Schäferhund am Wege liegen, der jämmerlich heulte. ¨Warum heulst du denn so?¨ fragte der Esel. ¨Ach¨, sagte der Hund, ¨weil ich alt bin, jeden Tag schwächer werde und auch nicht mehr den Schafen so richtig in die Waden beißen kann, wollte mich mein Herr totschießen. Da hab ich Reißaus genommen. Aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?¨ ¨Weißt du, was¨, sprach der Esel, ¨wir beide gehen nach Bremen und werden dort Stadtmusikanten. Komm mit uns und lass dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute, die Katze singt dabei und du haust auf die Pauke!¨
¨Wohin wollt ihr,¨ sprach da der Hund, ¨doch nicht nach Bremen? Nö, da komme ich doch nicht mit! Da sitzt doch schon ein Wadenbeißer, dem zwar schon die Haare ausgegangen sind, und der aber so auf die Pauke hauen kann, dass die Kirchenglocken in Verden zu läuten beginnen. Gegen den habe ich keine Chance! Da bleib ich lieber hier! Habt viel Glück auf dem Weg¨ sprach der Hund und jammerte weiter.
¨Was soll´s,¨ sprach der Esel zur Katze, und sie gingen mitsammen weiter. Als die beiden so miteinander gingen, kamen sie an einem Hof vorbei. Da saß ein Haushahn auf dem Tor und schrie aus Leibeskräften. ¨Du schreist einem durch Mark und Bein¨, sprach der Esel, ¨was hast du vor?¨ ¨Die Hausfrau hat der Köchin befohlen, mir heute Abend den Kopf abzuschlagen. Morgen, am Sonntag, haben sie Gäste, da wollen sie mich in der Suppe essen. Nun schrei ich aus vollem Hals, solang ich noch kann.¨ ¨Ei was¨ sagte der Esel, ¨zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall. Du hast eine gute Stimme, und wenn wir mitsammen musizieren, wird es gar herrlich klingen.¨ Dem Hahn gefiel der Vorschlag ganz und gar nicht und er krähte aus lautem Halse: "Nach Bremen, zu den Musikanten? Seid ihr von Sinnen, mir das antun zu wollen? Da sitzt doch schon eine gemästete Glucke mit falschem Kamm auf alten Eiern, die sich als Hahn ausgibt und die so laut kräht, dass die Bremer Feuerwehr schon darüber nachdenkt, das Martinshorn gegen eine Luftschutzsirene auszutauschen! Da lande ich doch lieber im Suppentopf! Viel Glück auf eurem weiteren Weg!¨
Und auch davon ließen sich der Esel und die Katze nicht bekehren und zogen weiter Richtung Bremen...


Es wird spannend: Lesen Sie in den nächsten Tagen weiter!